Archive for ‘Projekte D/CZ’

23. August 2012

„Powidl“ – Ein neues Online-Magazin aus Tschechien für Deutsche und Österreicher

Vereinfachte Informationssuche für Deutschsprechende, neue Chancen für tschechische Kleinunternehmen auf www.powidl.eu

Schwierig und in manchen Fällen unmöglich ist es, auch ohne Sprachkenntnisse des Tschechischen Informationen über kleinere Orte oder kleinere Unternehmen in Tschechien zu erhalten. Als Österreicher, die schon seit sieben Jahren in der Tschechischen Republik als Journalisten tätig sind, beschäftigt die Gründer des Magazins dieses Problem auf Schritt und Tritt: Bei den Recherchetätigkeiten stößt man im Internet auf eine Fülle von tschechischen Webseiten mit toten Links, inhaltlichen Fragmenten, wenige ins Englische oder Deutsche übersetzte Seiten, die dann meist lückenhaft, schlecht übersetzt oder nicht aktualisiert sind. Man versteht, wie man in Österreich sagt, nur „Powidl“.
„Unser Online-Magazin „Powidl“ soll diese Lücken auf breiter Ebene schließen. Aktuelle Meldungen über Politik und Wirtschaft werden leicht verständlich aufbereitet und kommentiert: „Powidl“ soll den trockenen Informationen ihren eigenen Geschmack geben. Vor allem aber steht das reichhaltige, in den deutschsprachigen Nachbarländern aber immer noch unbekannte Kulturleben im Vordergrund. Zusätzlich richtet „Powidl“ alle 2 Wochen die Aufmerksamkeit auf eine andere Kleinstadt oder touristische Region Tschechiens“, sagt Stefan Weiß, langjähriger Mitarbeiter der deutschsprachigen „Prager Zeitung“ und Mitbegründer des „Powidl“.
Neue Chancen für kleine Unternehmen.
Der Dienstleistungssektor ist den Gründern von „Powidl“ ein besonderes Anliegen. „Als Bewohner des tschechisch-österreichischen Grenzgebietes kennen wir die Schwierigkeiten tschechischer Kleinbetriebe, österreichische Kunden zu gewinnen, sehr genau“, sagt Wolfgang Fassold, der seit sieben Jahren in Jevišovice bei Znaim lebt. „Wir bieten erstmals den direkten, regelmäßigen und nachhaltigen Zugang zu diesen Zielgruppen. Waren oder Dienstleistungen können auf www.powidl.eu ohne Sprachbarriere auch mit geringen Mitteln effizient grenzüberschreitend beworben werden.“ Innerhalb des nächsten halben Jahres ist die Erweiterung des Angebotes um einen Online-Shop geplant, über den es dann möglich sein wird, den Warenaustausch direkt abzuwickeln. Um die Kontakte regelmäßig aufrechtzuerhalten, wird alle 14 Tage ein Newsletter an unsere Abonnenten per E-Mail versandt.
„Powidl“ wird im gesamten deutschen Sprachraum beworben. Die Werbeaktivitäten setzen sich aus der Bearbeitung der bereits bestehenden Datenarchive, breit gestreuter Werbung auf Internetplatformen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, sowie regelmäßige Informationen an die deutschsprachige Presse, zusammen.
Im Grunde können alle Kunden den Verteiler – gegen geringfügige Bezahlung – auch für Spezialaussendungen in eigener Sache nutzten. Die Inseratenpreise wurden bewusst sehr niedrig gehalten, so kann man sich beispielweise bereits ab CZK 700,- mit einem kleinem Bild, Kurztext und Link auf der eigenen Seite wirkungsvoll präsentieren.
Es würde uns freuen, wenn sie uns in Form eines Berichtes in ihrem Blatt unterstützen würden.
„Powidl“ ist für Kooperationen mit anderen Medien offen.

Rückfragehinweis:

Wolfgang Fassold,
Stefan Weiß

Powidl – Das Online-Magazin aus Tschechien
Jevišovice 334
671 53 Jevišovice
office@powidl.eu
www.powidl.eu

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27. Juli 2012

Urlaub in Tschechien und Umgebung

Der Sommer kommt mit großen Schritten und die Urlaubszeit rückt immer näher. Ihnen fehlt noch das passende Reiseziel? Immer beliebter wird bei Reisenden ein Urlaub in Tschechien. Das Land bietet viele Sehenswürdigkeiten, idyllische Landschaften und eine interessante Kultur.

Das Reiseziel Tschechien mit seiner Hauptstadt Prag grenzt direkt an Deutschland und ist somit auch mit dem Auto zu erreichen. Damit bleiben Sie mobil und können Ihren Urlaub unabhängig gestalten. Als kultureller Höhepunkt gilt das barocke Stadtbild der „Goldenen Stadt“ Prag. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und schöne Einkaufsmöglichkeiten bieten hier für alle Altersklassen Unterhaltung. Die Tourismusbranche in Tschechien hat jedoch noch weitere Ziele im Angebot. Unbedingt auf der Reiseroute sollte dabei die Burg Karlstadt oder die Stadt Krummau liegen. Die Vielfalt des Landes ist für Jung und Alt somit eine Reise wert und nicht nur für den Sommerurlaub eine echte Alternative.

Eine Reise nach Tschechien lässt sich auch mit den angrenzenden Regionen und Städten verbinden. Bei der Hin- oder Rückreise nach Tschechien kann Mitteleuropa kennen gelernt werden und weitere Sehenswürdigkeiten besichtigt und bereist werden. Auf der Hinreise empfiehlt sich ein Zwischenstopp in einer Ferienwohnung Bayerischer Wald. Das Mittelgebirge an der Grenze zwischen Bayern und Tschechien ist zu Teilen Nationalpark und genau das Richtige für Ruhesuchende.

Ein weiteres Highlight könnte eine Reise nach Österreich, beispielsweise in eine Ferienwohnung Wien, darstellen. Die Hauptstadt Österreichs bietet viele Höhepunkte, wie der Wiener Prater und die als Kulturerbe ausgezeichnete Altstadt.

28. April 2011

„Drehbühne Brno“ – deutschsprachiges Studententheaterfestival im Theater Barka

Am vierten Jahrgang des internationalen Studententheaterfestivals in deutscher Sprache „Drehbühne Brno“ nehmen in diesem Jahr fünf Länder teil. Von 12. bis 15. Mai, täglich ab 18.00 Uhr, gibt es im Theater BARKA (Kultureinrichtung von der Liga für Rollstuhlfahrer in Brünn) die Möglichkeit Aufführungen der Amateurgruppen aus Tschechien, Lettland, Ungarn, Österreich und Deutschland zu besuchen.

Nach einem Jahr kommen die Gruppen Cammerspiele Leipzig und Reactor Theater Wien nach Brünn zurück. Zum ersten Mal kommt die Wiener Gruppe TandaRadei und Dramaschine aus Ungarn, sowie Studenten aus Regensburg und Lettland. Die heimische Szene wird traditionell durch Brünner Ensemble Doppel L und Festivalorganisatoren der Gruppe07 vertreten.

Vom 12. bis 15.5. treten im Theater Barka deutschsprachige Theatergruppen auf.

Das Festival „Drehbühne Brno“ bietet den Studenten aus verschiedenen Ländern die Gelegenheit das gemeinsame Interesse am Deutsch und Theater zu genießen. „Es handelt sich um Vorstellung der Studententheatergruppen mit einer einzigen Bedingung – auf Deutsch zu spielen. Wir freuen uns, wenn sich alljährlich dieselben Gruppen anmelden, die sich für die Teilnahme am Festival interessieren“, bemerkte die Festivalorganisatorin Milena Kubátová. „Der erste Jahrgang sollte an das Bewahren der langjährigen Theatertradition in Brno aufmerksam machen. Nun ist uns das Festival ans Herz gewachsen und wir bemühen uns immer wieder an die Tradition anzuknüpfen.“

Die feierliche Festivaleröffnung findet bereits am Mittwoch, den 11. Mai, statt. Durch den Abend wird die Gäste Musik und pantomimisches Spiel von Nina Hlava begleiten. Für die Festivalteilnehmer ist wieder ein Begleitprogramm vorbereitet, das sich diesmal sowohl auf Kultur als auch auf Sport konzentriert. Für Donnerstag ist eine Tour durch das Stadttheater bereit, am Nachmittag eine Autorenlesung im Theater Barka. Am Samstag werden von den Studenten der Germanistik an der Philosophischen Fakultät die beliebten „Literarische Spaziergänge durch Brno“ veranstaltet. „Am Freitag machen wir einen gemeinsamen Ausflug zum Brünner Stausee, wo wir anschließend ein Beach Volleyball Match organisieren wollen“, erläutert Kubátová.

Info und Programm: http://gruppe07.wz.cz

Quelle: Gruppe 07

17. Februar 2011

Vorsichtiger Optimismus bei Messe Brünn

Schwarzbier, Ente und Liwanzen – mit der Auswahl des Menüs für den diesjährigen Presseempfang der Messe Brünn (BVV) in Wien wird gleichzeitig eine unterschwellige Botschaft ausgesendet: „Mögen die mageren Jahre endgültig vorbei sein!“ Da verwundert es nicht, dass Knödel und Bier auch eine zentrale Rolle in der aktuellen Werbekampagne der Messe spielen. Aber auch abseits der Kulinarik versprüht BVV-Generaldirektor Jiří Kuliš Optimismus wie schon lange nicht mehr. „Im Vorjahr mussten alle sparen, nun merken wir aber, dass sich die Unternehmen wieder präsentieren wollen und dafür auch ein Budget da ist“. Erste Indikatoren dafür gab es bereits bei der letzten Maschinenbaumesse im Herbst, jetzt gelte es, den Aufwind zu nutzen. In Deutschland machte sich der Wirtschaftsaufschwung schon im letzten Jahr bemerkbar, mit Verspätung werde nun auch in Tschechien der Konjunkturmotor den Rythmus wieder finden, meint der Generaldirektor in Anspielung auf seine Lieblingsband Buena Vista Social Club. Messen mit persönlichem Kontakt und Handshake werden durch Social Media und Internet (Kuliš spricht von einem „frenemy“ – friend + enemy-Verhältnis zu den neuen Medien) nicht ersetzt werden.

Präsentation der Brünner Messe in Wien:

v.l.n.r.:
– Jiří Kuliš / Generaldirektor BVV
– Christian Gessl / Regional Director Central & Eastern Europe WKO
– Ivan Brož / Handelsrat Tschechische Botschaft in Wien
– Radek Klepáč / Leiter Intern. Beziehungen BVV

Premiere für AMPER in Brünn. Als große Premiere präsentiert die Messe Brünn Ende März erstmals nach 19 Jahren die bislang in Prag verankerte AMPER – die größte Ausstellung für Elektronik und Elektrotechnik. Knapp 600 Aussteller aus 23 Länder, darunter zur Zeit neun Firmen aus Österreich kommen vom 29. März. bis 1. April in Brünn zusammen.

Tor zum Polnischen Markt. Die Messe Brünn ist nicht nur für den Heimmarkt Tschechien und der traditionell starken Slowakei vor allem auch für das südliche Polen, von Krakau über Kattowitz bis Breslau, von zentraler Bedeutung. Die starke Position Polens soll dadurch untermauert werden, dass der nördliche Nachbar Tschechiens im Oktober als Partnerland der bedeutenden Maschinenbaumesse MSV fungieren wird.

Bilanz der Kooperation mit Österreich. Österreich ist als Handelspartner, Investor und auch als Teilnehmer an Messen in Tschechien sehr gut aufgestellt. Im Vorjahr war Österreich als Partnerland der 52. MSV Internationalen Maschinenbaumesse vertreten. Insgesamt nahmen 44 österreichische Firmen an der renommiertesten Maschinenbaumesse in Mitteleuropa teil, davon 15 am gemeinsamen Österreich-Stand. Kollektivstände Österreichs gab es auch anlässlich der IBF Baumesse, GO + REGIONTOUR, Patenstädte waren an regionalen tschechischen Ständen vertreten (z.B. St. Pölten/Brünn). „Aus unserer Sicht hat sich vor allem mit der letztjährigen MSV der Bekanntheitsgrad Österreichs erneut deutlich erhöht. Dazu leisteten die Botschaft und vor allem die AWO-Vertretung in Prag einen großen Beitrag“, meint Kuliš.
Mittlerweile werden sehr viele österreichische Firmen durch Ihre tschechischen Vertragspartner repräsentiert. Rund 2500 Firmen melden sich als heimische Unternehmen, bieten aber österreichische Produkte und Dienstleistungen an. Damit bleibt Österreich in jedem Fall ein sehr wichtiger Messeteilnehmer. Was die Ausstellungsfläche betrifft, liege Österreich an 3. bzw. 4. Stelle der ausländischen Messeteilnehmer, stellt Peter Kukacka, Repräsentant in Österreich für einige Messen fest. Gemessen an der Zahl der Besucher liege Österreich an 3. Stelle. Auch bei der eben zu Ende gegangenen Modefachmesse Styl und Kabo war Österreich gut vertreten. Die rund 30 teilnehmenden österreichischen Einzelhändler waren durchwegs begeistert, so Kukacka.
In diesem Zusammenhang stellte Generaldirektor Kulis erfreut eine aktuell feststellbare Rückkehr der Textil/Leder-Produktion von China nach Tschechien fest. Grund dafür seien steigende Produktionskosten und Logistikprobleme in China bzw. der große Transportaufwand.

Bild: domus communications

5. Oktober 2010

Programm „Das Filmfest – Festival deutschsprachiger Filme“ in Brünn

Montag 11.10., 18.45 „Der Räuber“

Regie: Benjamin Heisenberg, A/D 2009, 98 min., 35mm

Drehbuch: Martin Prinz; Benjamin Heisenberg

Kamera: Reinhold Vorschneider

Schnitt: Andrea Wagner; Benjamin Heisenberg

Musik: Lorenz Dangel

Darsteller: Andreas Lust, Franziska Weisz, Markus Schleinzer, Max Edelbacher

Johann Rettenberger ist ein wortkarger, einzelgängerischer, erfolgreicher Marathonläufer… und Serienbankräuber. Er lebt mit seiner nichtsahnenden Freundin Erika in Wien, zieht immer wieder aus, leidenschaftlich und gierig nach dem Abenteuer, der Bewegung und dem Adrenalin des Raubzugs. Als er entdeckt wird, tragen ihn seine Beine vor einem gewaltigen Polizeiaufmarsch davon. Die Geschichte des Protagonisten beruht auf dem spektakulären Fall von „Pumpgun-Ronnie“, der in den achtziger Jahren in die österreichische Kriminalgeschichte einging und Martin Prinz zu seinem Roman „Der Räuber“ (2002) inspirierte.

Der Thriller mit philosophischen Zwischentönen über einen rätselhaften Außenseiter feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale. Beim Bayrischen Filmpreis 2009 wurde Benjamin Heisenberg als bester Nachwuchsregisseur ausgezeichnet und beide Hauptdarsteller, Franziska Weisz und Andreas Lust, erhielten 2010 für ihre Leistungen den Großen Diagonale Schauspielpreis.

Montag, 11.10., 21.00 „März“

Regie: Klaus Händl, A 2008, 84 Min., 35mm

Drehbuch: Klaus Händl

Kamera: Gerald Kerkletz

Schnitt: Joana Scrinci

Ton: Hjalti Bager-Jonathansson

Darsteller: Benno Eberhard, Florian Eisner, Isolde Ferlesch, Julia Gschnitzer

Drei Studenten spielen Handball, fahren gemeinsam mit dem Auto in den Wald, rauchen eine Zigarette und… nehmen sich das Leben. Drei Monate später in ihrem Tiroler Heimatdorf: Wie kann man sich mit dem Tod abfinden, wenn man sein Motiv nicht kennt? März erzählt mit einfachen und schlichten Mitteln, völlig unspektakulär, aber höchst eindringlich und in beklemmender Weise die Monate nach dem tragischen Ereignis. In strenger und kompromissloser Inszenierung wird das Geschehen auf Momentaufnahmen aus dem Alltag der Hinterbliebenen reduziert.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit in Südtirol und wenngleich sich die Geschichte überall ereignen könnte, so ist Tirol doch bewusst gewählt. Die epische Wirklichkeit und ihr endloser Alltag werden durch sprachlichen Minimalismus in Tiroler Mundart bezwungen. Für seinen ersten Spielfilm wurde der Dramatiker Klaus Händl 2008 in Locarno mit dem Silbernen Leoparden, in Sarajewo mit dem Sonderpreis der Jury und mit dem Berner und Bozener Filmpreis ausgezeichnet.

Dienstag, 12.10., 18.45: „David wants to fly“

Regie: David Sieveking, D/A/CH 2010, 97 Min., DVD

Drehbuch: David Sieveking

Kamera: Adrian Stähli

Schnitt: Martin Kayser-Landwehr

Musik: Karl Stirner

In David wants to fly erzählt der junge Regisseur von seinen Erfahrungen mit der Transzendentalen Meditation (TM), der Bewegung des Maharishi Mahesh Yogi. Sie gewann in den 1960er Jahren weltweit zahlreiche prominente Anhänger, darunter die Beatles, Mia Farrow und Clint Eastwood. Viele sprangen aber auch wieder ab. Heute praktizieren etwa sechs Millionen Menschen TM; ihr bekanntester Vertreter ist im Moment der amerikanische Filmemacher David Lynch. Auch Sievekings Dokumentarfilm führt den Zuschauer von der anfänglichen Begeisterung des Regisseurs bis hin zum Bruch mit der Bewegung, die mittlerweile Rechtsmittel gegen den Film angekündigt hat.

David wants to fly zeigt auch die Annäherung und das Zerwürfnis von David Sieveking mit seinem Idol David Lynch. Das Resultat der vier Jahre langen Dreharbeiten erinnert an die Herangehensweise von Michael Moore. Dabei entstand ein vielschichtiger, sehr kurzweiliger Dokumentarfilm.

Dienstag 12.10., 21.00: „Die Fremde“

Regie: Feo Aladag, D 2010, 123 Min., 35mm

Drehbuch: Feo Aladag

Kamera: Judith Kaufmann

Schnitt: Andrea Mertens

Musik: Max Richter

Darsteller: Sibel Kekilli, Nursel Köse, Florian Lukas

„Hör auf zu träumen!“, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay (Sibel Kekilli), als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem vor der Berliner Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will – zurück in Berlin – ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen. Die Geborgenheit, die sie in der fremden, erzwungenen Heimat so vermisst hat, hofft Umay hier zu finden, bei ihrer Mutter, dem Vater, den zwei Brüdern und ihrer kleinen Schwester. Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die traditionellen Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann. Die Welt der Männer ist geprägt von Sprachlosigkeit, von der nicht erlernten und nicht kultivierten Fähigkeit, Probleme verbal zu lösen.

Dieser Film hat nicht nur ein brisantes Thema – für 2009 verzeichnet die Internetseite ehrenmord.de 28 mutmaßliche Ehrenmorde an Frauen in Deutschland – sondern ist vor allem ein mitreißendes Kinoerlebnis von seltener Kraft.

Mittwoch, 13.10., 18.45: „Pianomania“

Regie: Lilian Franck; Robert Cibis, A/D/F 2009, 93 min., DVD

Drehbuch: Robert Cibis

Kamera: Jerzy Palacz; Robert Cibis

Schnitt: Michéle Barbin

Musik: Robert Schumann, Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt u.a.

Mitwirkende: Stefan Knüpfer, Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel, Lang Lang, Till Fellner, Julius Drake u.a.

Pianomania ist ein Film über Perfektion, die Liebe zur Musik und ein kleines bisschen Wahnsinn. Auf seiner Suche nach dem perfekten Klang nimmt Stefan Knüpfer, Cheftechniker und Meisterstimmer von Steinway & Sons, den Zuschauer mit auf eine Reise in die geheimnisvolle Welt der Töne. Mit Humor und ohne langweilige Fachexpertisen gibt der charismatische Arbeitsenthusiast aufschlussreiche Einblicke in seine Zusammenarbeit mit den besten Pianisten der Welt.

Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilm begeisterte bereits auf vielen internationalen Festivals und wurde u.a. mit dem Golden Gate Award beim 53. San Francisco International Film Festival, mit dem Ehrenpreis der Jury auf der EURODOK 2010 in Oslo und mit dem Preis der Semaine de la Critique auf dem Filmfestival in Locarno ausgezeichnet. Durch die gelungene Szenenauswahl und die atmosphärischen Wien-Impressionen ist Pianomania nicht nur für Freunde klassischer Musik eine Sinfonie für Augen und Ohren.

Mittwoch, 13.10., 21.00: „Jud Süss – Film ohne Gewissen“

Regie: Oskar Roehler, D 2010, 120 Min., 35mm

Drehbuch: Klaus Richter

Kamera: Carl-F. Koschnick

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Martin Todsharow

Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Justus von Dohnányi

Im Mittelpunkt steht der Schauspieler Ferdinand Marian, der 1939 den großen Karrieresprung witterte, zunächst doch zögerte und schließlich von Joseph Goebbels persönlich dazu gedrängt wurde, die Titelrolle in Jud Süss zu übernehmen. Zu spät erkennt er seine ausweglose Lage als Teil einer perfekt geplanten und von Regisseur Veit Harlan künstlerisch anspruchsvoll umgesetzten Propagandawaffe des Regimes gegen die Juden.

Jud Süss wurde 1940 im Rahmen der deutsch-italienischen Filmwoche in Venedig uraufgeführt. Mindestens 20 Millionen Zuschauer sahen damals europaweit diesen Film. Der Film war ein „durchschlagender Erfolg“ für seine Macher. Ein antisemitischer Film, wie wir ihn uns nur wünschen können, fand Joseph Goebbels.

Die Geschichte seiner Entstehung ist die dramatische Geschichte von der Erotik der Macht, von menschlichem Ehrgeiz und persönlicher Eitelkeit und dem Schicksal seiner zentralen Akteure.

70 Jahre später erzählt Oskar Roehler unter Verwendung von fiktiven Zusatzcharakteren die Geschichte dieses Films, der bis heute nur unter strengen Auflagen gezeigt werden darf. In den Hauptrollen überzeugen Tobias Moretti (Ferdinand Marian), Martina Gedeck (Anna Marian) und Moritz Bleibtreu als Joseph Goebbels.

Donnerstag, 14.10., 18.45: „Parkour“

Regie: Marc Rensing, D 2009, 100 Min., 35mm

Drehbuch: Rüdiger Heinze

Kamera: Ulle Hadding

Schnitt: Sebastian Marka

Musik: Thomas Mehlhorn

Darsteller: Christoph Letkowski, Nora von Waldstätten, Nora von Waldstätten, Georg Friedrich

Die drei Hauptfiguren Richie (Christoph Letkowski), Nonne (Marlon Kittel) und Paule (Constantin von Jascheroff) betreiben leidenschaftlich das Parkouring, jene neue Sportart, bei der es darum geht, auf dem direktestmöglichen Weg von Punkt A nach Punkt B zu kommen – sollten dabei Blumenbeete, Bauzäune oder Hochhäuser im Wege stehen, müssen sie eben übersprungen oder erklettert werden.

In dem Drama Parkour erzählt Marc Rensing von dem Gerüstbauer Richie, der mit seinem Leben eigentlich ganz zufrieden sein könnte. Er hat eine hübsche Freundin die ihn liebt und sogar Verständnis für seine grosse Leidenschaft aufbringt, dem „Parkour“ laufen. Seine beiden Freunde sind ebenfalls Parkourläufer und so schmiedet die drei ihre Leidenschaft zusammen. Einzig Richies latente Eifersucht bringt ihm immer wieder Probleme. Da Richie unfähig ist, sich diese Schwäche einzugestehen, rutscht er immer tiefer in einen Strudel aus Misstrauen, Verlustangst und Kontrollverlust.

Donnerstag 14.10., 21.00: „Bödälä/Die Farbe deiner Socken“

Regie: Gitta Gsell, CH 2009, 78 min, DVD

Drehbuch: Gitta Gsell

Kamera: Hansueli Schenkel; Peter Futer; Patrick Lindenmaier; Gitta Gsell; Heidi Hiltebrand

Schnitt: Bernhard Lehner

Musik: Werner Haltinner; Peter Bräker

Darsteller: Claudia Lüthi, Elias Roth u.v.a.

Bödälä – Dance the Rhythm – ist ein Film über Menschen, die ihre Füße archaisch, aber umso kraftvoller zu Instrumenten künstlerischen Ausdrucks machen. Das rhythmische Aufstampfen der Schuhe (Bödälä) erinnert an urchige rituelle Volkstänze. Aus dem Tanz des Volkes entstehen Show- und Wettkampftänze. Ausgehend vom Bödälä in der Innerschweiz begibt sich der Film auf eine Reise zu Stepptanz, Flamenco und Irish Dance. Der Film begegnet leidenschaftlichen Tänzerinnen und Tänzern, Menschen, die im Rhythmus ihrer Füße Freude, Lust und Trauer ausdrücken.

„Tanz ist Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft“. (Fred Astaire)

Freitag, 14.10., 18.45: „Neukölln Unlimited“

Regie: Agostino Imondi; Dietmar Ratsch, D 2010, 96 Min., 35mm

Drehbuch: Agostino Imondi

Kamera: Dietmar Ratsch; Kamiz Schokofeh

Schnitt: Agostino Imondi; Lars Späth

Musik: Tim Stanzel; Eike Hosenfeld; Moritz Denis

Der Berliner Bezirk Neukölln gilt als sozialer Brennpunkt. Umso erfrischender ist es, dass Agostino Imondi und Dietmar Ratsch in ihrem Dokumentarfilm versuchen, mit viel Tempo, guten Beats und Animationselementen ein Bild des Berliner Stadtteils abseits der üblichen Klischees zu zeichnen.

Im Mittelpunkt stehen die jungen libanesischen Geschwister Lial und Hassan, die als talentierte Tänzer und Musiker versuchen, den Lebensunterhalt und damit den Aufenthaltsstatus ihrer Eltern und Geschwister zu sichern. Außerdem wollen sie ihren jüngeren Bruder Maradona vor dem Abstieg ins soziale Abseits bewahren.

Die Kamera ist immer dabei – in der Schule, am Ausbildungsplatz, in der Wohnung und eben auch da, wo sie am glücklichsten sind: Bei Tanz- und Gesangsauftritten, den Battles und Contests. Mit HipHop und Breakdance sind sie aufgewachsen, das ist ihre Sprache, das ist ihre Leidenschaft.

Ein Dokumentarfilm, der nah an seinen Protagonisten bleibt, deren Widersprüchlichkeiten ungeschönt protokolliert. Der Gewinner der „Berlinale“-Sektion „14plus“!

Freitag, 14.10., 21.00: „Deutschland 09“

Regie: Fatih Akin, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Angela Schanelec, Hans Steinbichler, Isabelle Stever, Tom Tykwer, Hans Weingartner, D 2009, 152 Min., DVD

13 kurze Filme zur Lage der Nation. Jeder der 13 beteiligten RegisseurInnen interpretiert ihre/seine persönliche Wahrnehmung und ihre/seine eigene filmische Sicht auf das heutige Deutschland, abstrakt oder konkret, frei in der Wahl von Format und Inhalt. Die einzelnen Beiträge konnten Kurzspielfilme, Dokumentarfilme, essayistisch oder experimentell sein.

Die beteiligten Filmemacher sind (in alphabetischer Reihenfolge) Fatih Akin, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Angela Schanelec, Hans Steinbichler, Isabelle Stever, Tom Tykwer und Hans Weingartner.

„Deutschland 09 ist außerordentlich, uneinheitlich, brillant, banal, parteiisch, überraschend, das Schaufenster einer extrem talentierten Regiegeneration.“ (Die Welt)

Weitere Infos zum Filmfest: www.dasfilmfest.cz

Quelle und Bilder: dasfilmfest.cz

14. September 2010

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Haseloff auf der MSV 2010 in Brünn

Anlässlich der Präsentation des Landes Sachsen-Anhalt auf der internationalen Maschinenbaumesse Brünn besuchte der Wirtschaftsminister des deutschen Bundeslandes Reiner Haseloff die mährische Hauptstadt Brünn. Auf der größten Maschinenbaumesse Europas präsentierte sich das sachsen-anhaltische Cluster „Sondermaschinen- und Anlagenbau“ auf dem mitteldeutschen Gemeinschaftsstand. Darüber hinaus führen die 14 Unternehmen sowie Vertreter von Transfereinrichtungen der Wirtschaft und der Industrie- und Handelskammer Magdeburg Kooperationsgespräche mit tschechischen und slowakischen Partnern.

In dem Gespräch mit dem tschechischen Industrie- und Handelsminister Martin Kocourek ging es vor allem um eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Sachsen-Anhalt. Tschechien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Es liegt auf Platz 5 in der Export- und auf Platz 9 in der Importstatistik. Wichtigste Warengruppen für den Export sind Mineralölerzeugnisse, Halbzeuge aus Kupfer und Kupferlegierungen sowie chemische Vorerzeugnisse, Kunststoffe und chemische Halbwaren.

Bedeutende tschechische Investoren in Sachsen-Anhalt sind die MIBRAG und das SKW Piesteritz. Weitere Gesprächsschwerpunkte auch mit regionalen Wirtschaftsinstitutionen werden transnationale Kooperationen in der Chemielogistik und die Zusammenarbeit im Rahmen des Europäischen Chemieregionen-Netzwerkes (ECRN) sein. Die tschechische Region Ústí und der Tschechische Chemieverband sind bereits seit einigen Jahren wichtige Partner in dieser Kooperation. Haseloff: „Unsere Gespräche sollen auch die neue tschechische Regierung von der Unterstützung und dem Ausbau dieser Kooperationen überzeugen.“

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff



Quelle, Bild:
Pressestelle Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt

27. Juli 2010

Während der Protektoratszeit geraubtes Literaturgut kehrt nach Brünn zurück

Während der nationalsozialistischen Protektoratszeit sind unzählige Kulturgüter aus Böhmen und Mähren verschwunden. Eine Privatinitiative aus Deutschland hat jetzt dazu geführt, dass Bestände von Bibliotheken nach NS-Raubgut durchforstet wurden und die Rückgabe – viele dieser Güter stammen aus der T. G. Masaryk-Universität Brünn – veranlasst werden konnte.

Dazu gibt es untenstehend einen interessanten Artikel von Heidi Niemann, der auf hna.de erschienen ist.

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Platon ist jetzt wieder in Brünn
Autor: Heidi Niemann



Die Suche nach nationalsozialistischem Raub- und Beutegut in Bibliotheken der
Universität Göttingen hat jetzt eine ungewöhnliche Rückgabeaktion ausgelöst. Ein Privatmann aus Frankfurt am Main hat fünf kostbare Bücher an die Universität Brno in Tschechien zurückgegeben.



Der Frankfurter Bücherliebhaber Herbert Elbrecht hatte einen Zeitungsbericht über die Recherchen des Germanisten Professor Frank Möbus gelesen, der ein Forschungsprojekt zur Ermittlung von Raub- und Beuteliteratur am Seminar für Deutsche Philologie der Uni Göttingen leitet. Elbrecht hatte jahrelang eine kostbare Platon-Ausgabe aus dem Jahr 1918 im Regal, die einen Stempel der
Universität Brünn (heute Brno) trug. „Mir war immer klar, dass die fünf Bände woanders hingehörten, aber ich wusste nie, wie ich sie zurückgeben könnte“, berichtet der Platon-Fan. Er wandte sich an den Göttinger Experten, dieser vermittelte den Kontakt zur tschechischen Universität, die kurz darauf ein Paket aus Frankfurt mit fünf Platon-Bänden erhielt.



„Das ist natürlich fabelhaft, wenn früheres NS-Raubgut den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden kann“, freut sich Möbus. „Das ist das wichtigste Ziel unserer Forschungen.“ Auch bei der zentralen Berliner Arbeitsstelle für Provenienzforschung ist man über die spontane Rückgabeaktion erfreut. Bislang sei es sehr selten vorgekommen, dass Privatleute Bücher oder Kunstwerke, die während der NS-Zeit beschlagnahmt oder geraubt wurden, zurückgegeben hätten, sagt der Leiter der Arbeitsstelle, Uwe Hartmann. Der Frankfurter Bücherliebhaber werde ein persönliches Dankschreiben von Kulturstaatsminister Bernd Naumann erhalten.


Dank vom Minister


Elbrecht ist froh, dass die Bücher sich wieder dort befinden, wo sie hingehören – im Seminar für klassische Philologie der Masaryk-Universität Brno. Die Platon-Bände hätten jahrelang bei einem Frankfurter Antiquar zum Verkauf gestanden, berichtet er. Wie sie dorthin gekommen seien, wisse er nicht. „Ich war fasziniert von der schönen Ausgabe.“ Trotzdem habe er lange gezögert. „Die Stempel gemahnten immer wieder an den Abgrund deutscher Barbarei.“




Aus einem Stempel war zu ersehen, dass die damalige Staatspolizeileitstelle Brünn die Bände im August 1943 beschlagnahmt hatte. Schließlich erstand Elbrecht doch die Bücher. „Ich habe mich für sie verantwortlich gefühlt und sie gekauft, um sie irgendwann zurückzugeben.“




Die Rückgabe an die tschechische Universität habe auch bei den übrigen mit Provenienzforschung befassten Einrichtungen in Deutschland ein breites Echo ausgelöst, berichtet Möbus. Der Germanist, der die 130 000 Bände der Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie der Uni Göttingen durchforstet, ist auf eine Reihe von Büchern gestoßen, die wahrscheinlich als so genanntes NS-Raubgut einzustufen sind. Sämtliche Verdachtsfälle werden bei der Internetdatenbank der Koordinierungsstelle für Kulturgutverlust „Lost Art“ gemeldet.




Auch die Göttinger Universitätsbibliothek erforscht die Herkunft der Bücher, die in der NS-Zeit in ihren Besitz gekommen sind. Bislang haben die Forscher 4500 der insgesamt 7000 Verdachtsfälle geprüft. Dabei entdeckten sie nahezu 400 Titel, die eindeutig als Raubgut einzustufen sind.

11. Juli 2010

BBB-Mitglieder nach Unternehmen und Organisationen – die aktualisierte Liste 2010/07

Wo sind die über 100 Mitglieder des Brno Business Board beschäftigt? Welche Kontakte gibt es wohin?

Die neu aktualisierte Liste gibt Auskunft, wer für welche Firma bzw. Organisation Ansprechpartner ist. Die Liste ist am Stand 07/2010, nächste Aktualisierung ist für 10/2010 vorgesehen.

Für Mitglieder: Sollte die Liste Änderungen oder Ergänzungen bedürfen, loggen Sie sich bitte in Ihren Account ein und mailen Sie an „Stefan Weiß“. Die Korrekturen werden dann umgehend vorgenommen! Noch kein Mitglied? Schnell kostenlos registrieren!

Die Liste ist auch auf www.zentraleuropa.net veröffentlicht.

Beste Wünsche und einen schönen Sommer!
Stefan Weiß

3. Juni 2010

Gemeinsames Museumsprojekt Brünn-Dresden

Die Mährische Galerie Brünn und das Deutsche Hygienemuseum Dresden bereiten eine gemeinsame Ausstellung unter dem Titel „Images of the Mind“ vor. Die gemeinsame Schau soll „an der Schnittstelle zwischen künstlerischen und naturwissenschaftlichen Bildwelten“ ein Porträt der menschlichen Geistestätigkeit entwerfen, teilte das Dresdner Museum am Mittwoch mit. Sie werde zuerst in Dresden (22. Juli bis 30. Oktober) und dann in Brünn (November 2011 bis Februar 2012) gezeigt. Kuratoren beider Museen sollen dafür in Sammlungen und Museen Exponate recherchieren, deren Spektrum von der Antike bis in die Gegenwart reiche.

Die Mährische Galerie in Brünn

Quelle: dpa

27. Mai 2010

Freiwilliger sozialer Dienst in Tschechien

Freiwilliger sozialer Dienst in Tschechien – was die 20-jährige Deutsche Susanne Jacobi nach fast einem Dreivierteljahr in der Stadt Brünn berichtet, klingt nach vielen tiefgreifenden Erlebnissen und lebenslangen Eindrücken. Über den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) hatte die Abiturientin im Herbst einen zweigeteilten Arbeitsplatz gefunden.

Die Hälfte ihrer Zeit verbringt die politisch und sozialwissenschaftlich engagierte junge Frau in der „Effeta“, einer Werkstätte der Caritas mit unterschiedlich stark behinderten Menschen. „In meiner Gruppe sind sechs Klienten, davon haben fünf Autismus und weitere mehrfache Behinderungen. Es ist immer was los, und wirklich zur Ruhe kommt man nie. Da fliegt auch schon mal ein Teller oder ein Joghurtbecher durch die Gegend…“, schildert sie ihren Alltag. An das Chaos hat sie sich gewöhnt und ohne den ganzen Lärm würde ihr etwas fehlen: „Die Arbeit mit den Menschen macht mir viel Spaß und es hat meinen Entschluss gefestigt, Sonderpädagogik zu studieren.“

Den anderen Teil ihrer Arbeitswoche verbringt Susanne Jacobi damit, ältere Frauen aus der jüdischen Gemeinde zu besuchen, um sie in alltäglichen Dingen wie Einkaufen oder Abwaschen zu unterstützen oder einfach nur da zu sein, sich mit ihnen zu unterhalten. Sie besucht vier „paní“ (tschechisch für Damen). Drei von ihnen sprechen gut Deutsch und eine fast nur tschechisch, doch für diese Frauen zählt, dass ihnen jemand zuhört. „Besonders Zuzana Wachtlová, 90 Jahre alt, erstaunt mich immer wieder: Sie sieht in jedem Menschen das Gute.“

Zuzana Wachtlová, eine 90 Jahre alte Jüdin im tschechischen Brünn, ist eine der vier „paní“, die Susanne Jacobi in ihrem Freiwilligen sozialen Auslandsjahr betreut. Foto: op-online.de

Im Alter 20 Jahren kam Zuzana Wachtlová ins Ghetto nach Theresienstadt, ehe die Familie nach Auschwitz deportiert wurde. Ihre Mutter starb im KZ. Sie und ihre Schwester wurden in ein kleines deutsches Arbeitslager in der Nähe der tschechischen Grenze gebracht, das von alliierten Truppen befreit wurde.

Zurück in Brünn stand sie vor dem Nichts. „Dennoch spricht sie nie von den schlechten Erfahrungen im Konzentrationslager, sondern immer von Wärtern, die ihnen geholfen haben, Freundschaften, die sie in dieser Zeit geschlossen hat oder ihrem Ehemann, den sie im Konzentrationslager kennen lernte“, wundert sich Susanne Jacobi.

Sie selbst lebt in Brünn in einer kleinen, aber feinen Wohnung in einer Plattenbausiedlung, zusammen mit zwei anderen Frauen. Die Verständigung mit den Einheimischen fällt manchmal schwer: „Die tschechische Sprache ist sehr kompliziert, denn sie kommt auch mal ganz ohne Vokale aus.“

„Eigentlich besteht mein Freiwilligendienst bis jetzt aus ganz vielen kleinen Highlights, von denen Chanukka, das jüdische Lichterfest, bei mir einen besonderen Eindruck hinterlassen hat.“ Eine Woche Besuch in Moskau; eine Reise in die Niederlande, wo andere Freiwillige des EFD besucht wurden, sind vorbei; Rumänien, Ungarn, die Slowakei, vielleicht noch Bulgarien und Polen stehen noch auf der Wunschliste von Susanne Jacobi, die dazwischen auch in Dresden gegen den alljährlichen Nazi-Aufmarsch demonstriert hat. So ist es ihr auch wichtig, für die Freiwilligendienste und die Spendenaufrufe in Form von Länderpartnerschaften der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ASF zu werben: http://www.asf-ev.de, und sie verabschiedet sich bis zum Sommer mit „Mejte se hezky!“ (Machen Sie es gut!)

Autorin: Christine Ziesecke

Den gesamten, lesenswerten Artikel finden Sie auf op-online.de

16. Januar 2010

Finanzierung und Förderung von deutschen Unternehmen in Tschechien

Die Deutsch-Tschechische Kammer für Wirtschaftsbeziehungen (DTKW) aus Prag und die Münchner Inline Sales GmbH, ein Unternehmen zum Business Development Outsourcing in Marketing und Vertrieb, vereinbaren eine strategische Kooperation zur Bereitstellung von umfassenden Finanzierungs-, Vertriebs- und Marketingleistungen für deutsche Unternehmen, die in der Tschechischen Republik ihre Geschäftstätigkeit aufbauen oder erweitern wollen. Desweiteren haben Unternehmen aus Osteuropa über diese Kooperation die Möglichkeit, ihren Vertrieb auf Deutschland auszuweiten. Erste Mitglieder der Kammer werden derzeit in Deutschland und der Tschechischen Republik in Business Development, Vertrieb und Marketing unterstützt.

Die DTKW bietet heute ihren Mitgliedern bzw. den Mitgliedern von Kooperationspartnern ein weites Dienstleistungsportfolio an.

Dazu gehören zum Beispiel:
– DTKW-Programm „Aktiver Markttest“
– DTKW-Programm „Aktive Messeteilnahme“
– Informationen über potentielle Geschäftspartner
– Unterstützung in Marketing und Vertrieb
– Logistische Unterstützung
– Lokale Beratung und Vertretung
– Unterstützung in Rechts- und Steuerfragen
– Arbeitsgruppen
– Weiterbildung

Mitglieder der DTKW profitieren darüber hinaus von den engen Bindungen der DTKW mit der tschechischen Regierung. Finanzierungs- und Förder-Möglichkeiten für deutsche Unternehmen stehen dabei maßgeblich im Vordergrund.