Archive for ‘Kultur’

24. August 2010

Gedenkveranstaltung und Ausstellung im ehemaligen KZ Hodonín

Auf dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers Hodonín gab es am 22. August zur Mahnung an die NS-Verbrechen während der Protektoratszeit eine Gedenkveranstaltung. In Hodonín waren von 1942 bis 1944 etwa 1300 Sinti und Roma aus Böhmen und Mähren zur Zwangsarbeit inhaftiert. Die meisten von ihnen wurden später in Auschwitz ermordet.

Das Brünner Museum für Roma-Kultur widmet diesem traurigen Kapitel der Geschichte eine umfassende Ausstellung. Hodonín gilt als „vergessenes Konzentrationslager“ – bis vor kurzem befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Lagers ein Freizeitzentrum. Im vergangenen Jahr hatte das Bildungsministerium das Grundstück gekauft, um in einem Bildungszentrum Schüler über den Roma-Holocaust aufzuklären.

Bis ins Jahr 1944 existierte in Hodonín ein KZ für Sinti und Roma

Bild: kapura.cz

Quelle: hagalil.com

Advertisements
22. August 2010

Brünner Philharmonie begeistert beim „Allegro Vivo“-Festival in Horn

Musik verbindet über Grenzen hinweg. Genau das ist der Brünner Philharmonie unter der Leitung von Bijan Khadem-Missagh in der Waldviertler Stadt Horn beim „Allegro Vivo“-Festival eindrucksvoll gelungen. Auf dem Programm stand gemäß dem diesjährigen Motto des Festivals „Wie im Traum“ Felix Mendelssohn-Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“. Im stimmungsvollen Rahmen des Arkadenhofes des Kunsthauses Horn sorgten nicht nur die tschechischen Gäste für einen Abend voller Musik-Hochgenuss. Daniela Fally als Sopranistin und die Solistinnen Anne Bennent und Michaela Selinger versetzten das Publikum in Begeisterung. Der Brünner Kantilena-Chor ließ dazu seine frischen Stimmen erklingen.

Bild: krone.at

Quelle: APA

19. August 2010

Adolf Loos-Ausstellung auf Burg Špilberk

Seit 19. August ist auf der Burg Spielberg (Špilberk) in Brünn eine Ausstellung zu Leben und Werk des Architekten Adolf Loos (1870-1933) zu sehen. Die Schau wurde zuvor in Prag und danach in Italien gezeigt und legt ein Schwergewicht auf die südmährischen Projekte des in Brünn geborenen Architekten.

Zu sehen sind u.a. Fotografien und Dokumente wie Schulzeugnisse, originale Loos-Möbel und Modelle der von ihm entworfenen Wohnhäuser in Prag (Villa Müller), Hrusovany bei Brünn (Villa Bauer) und Olmütz (Villa Konstandt). In Brünn wird die Ausstellung bis 24. Oktober gezeigt, danach geht sie nach London. Auch Barcelona soll Interesse angemeldet haben.

18. August 2010

Einladung 6.9.: Wirtschaftsstammtisch Brünn

Gerne möchten wir Sie zu unserem nächsten Wirtschaftsstammtisch von AdvantageAustria in Brünn einladen, der am 6.9. 2010 um 18:00 Uhr, wie immer im Grandhotel Brno (im Stadtzentrum gegenüber dem Hauptbahnhof) stattfindet.

Parken ist auf dem Parkplatz vor und gegenüber dem Hotel möglich. Das Hotel ist auch sehr gut mit der Straßenbahn (Haltestelle Hlavní nádraží) erreichbar.

Anmeldung: Herr DI Martin Žák

Details zur Veranstaltung

17. August 2010

Ludvík Kundera 1920-2010

Ludvík Kundera, Dichter, Übersetzer, Dramaturg uns Surrealist verstarb am 17. August in Boskovice im Alter von 90 Jahren. Wie sein Cousin Milan Kundera war auch Ludvík gebürtiger Brünner.

Ludvík Kundera war naach 1945 Gründer der postsurrealistischen Dichtergruppe „Ra“. Mit seinem Erstlingswerk „Elemente in uns“ gelang ihm 1946 der Durchbruch. Während der Ära des Kommunismus, vor allem in seiner Eigenschaft als Chefdramaturg des Brünner Schauspielhauses hatte Kundera stets Probleme mit den Machthabern, sodass ab den 70er Jahren seine Werke großteils unter Pseudonymen erschienen. 2007 erhielt Kundera von Präsident Václav Klaus eine hohe Auszeichnung für seine Verdienste um die Tschechische Republik. In den 90er-Jahren erhielt Kundera den österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung.

9. August 2010

BFI Wien fördert Zentraleuropa-Kompetenz für HAK-Maturanten

Neben Allgemeinbildung, wirtschaftlichem Fachwissen und Sprachkenntnissen geht es bei den kaufmännischen Schulen des bfi Wien gezielt um soziale Kompetenzen (Selbstständigkeit, Team-, Kommunikations-, Präsentationsfähigkeit, etc.) und speziell um die Zusatzqualifikation interkulturelle Kompetenz (inkl. Zertifikat). Das ist kein mittlerweile oft verwendetes Schlagwort, sondern wird verteilt auf die gesamte Schulzeit durch Teilnahme an Veranstaltungen, Praktika, etc. erarbeitet und durch Projekte nachgewiesen. Dafür gibt es die Freigegenstände Fremdsprache und interkulturelles Management. Verpflichtend ist die Mitarbeit an einem Projekt mit den Partnerschulen (z.B. in Bratislava, Brno, etc.), der Besuch von mindestens 2 Veranstaltungen zum Thema Interkulturalität, ein workshop für eine Ostsprache und ein Praktikum in einer NGO oder NPO. Schüler/innen, die sich an diesem Programm beteiligen, werden im Rahmen des workplacements für ein Auslandspraktikum bevorzugt.

Nähere Infos auf den Webseiten der bfi-Schulen.

Quelle: OTS

30. Juli 2010

Alfons Muchas Bilderzyklus „Slawisches Epos“ soll nicht länger in Moravský Krumlov bleiben

Vor genau 150 Jahren wurde in Eibenschütz (Ivančice) bei Brünn der weltberühmte Graphiker und Plakatkünstler Alfons Mucha geboren. Mucha verkörperte in seinen Graphiken das Lebensgefühl der Fin-de-siècle-Gesellschaft und gilt als Ikone des Jugendstils.

Zurzeit tobt ein wilder Rechtsstreit um ein bedeutendes Werk Muchas zwischen der südmährischen Stadt Mährisch Krumau (Moravský Krumlov) und der Hauptstadt Prag. Es geht um den Bilderzyklus „Slawisches Epos“, das Prag gerne aus Mähren „rückgeführt“ haben will. Die mährische Kleinstadt hat allerdings per Stadtratsbeschluss den Transport der ersten fünf Bilder des Zyklus per einstweiliger Verfügung unterbunden. Hinter dieser Aktion stehen die Nachkommen Alfons Muchas, die den Transport der Bilder nach Prag vehement ablehnen. Indes hat der Magistrat der Stadt Prag bereits Anwälte für einen möglichen Rechtsstreit in Stellung gebracht, setzt aber auf eine außergerichtliche Lösung. Da die Fronten verhärtet sind, ist nach dem Konflikt um Gregor Mendels Erbe nun auch bei Muchas Werk von einem weiteren Rechtsstreit um Kulturgüter auszugehen.

Zankapfel zwischen Moravský Krumlov und Prag: Alfons Muchas „Slawisches Epos“ (Detailansicht)

27. Juli 2010

Während der Protektoratszeit geraubtes Literaturgut kehrt nach Brünn zurück

Während der nationalsozialistischen Protektoratszeit sind unzählige Kulturgüter aus Böhmen und Mähren verschwunden. Eine Privatinitiative aus Deutschland hat jetzt dazu geführt, dass Bestände von Bibliotheken nach NS-Raubgut durchforstet wurden und die Rückgabe – viele dieser Güter stammen aus der T. G. Masaryk-Universität Brünn – veranlasst werden konnte.

Dazu gibt es untenstehend einen interessanten Artikel von Heidi Niemann, der auf hna.de erschienen ist.

__________________________________________


Platon ist jetzt wieder in Brünn
Autor: Heidi Niemann



Die Suche nach nationalsozialistischem Raub- und Beutegut in Bibliotheken der
Universität Göttingen hat jetzt eine ungewöhnliche Rückgabeaktion ausgelöst. Ein Privatmann aus Frankfurt am Main hat fünf kostbare Bücher an die Universität Brno in Tschechien zurückgegeben.



Der Frankfurter Bücherliebhaber Herbert Elbrecht hatte einen Zeitungsbericht über die Recherchen des Germanisten Professor Frank Möbus gelesen, der ein Forschungsprojekt zur Ermittlung von Raub- und Beuteliteratur am Seminar für Deutsche Philologie der Uni Göttingen leitet. Elbrecht hatte jahrelang eine kostbare Platon-Ausgabe aus dem Jahr 1918 im Regal, die einen Stempel der
Universität Brünn (heute Brno) trug. „Mir war immer klar, dass die fünf Bände woanders hingehörten, aber ich wusste nie, wie ich sie zurückgeben könnte“, berichtet der Platon-Fan. Er wandte sich an den Göttinger Experten, dieser vermittelte den Kontakt zur tschechischen Universität, die kurz darauf ein Paket aus Frankfurt mit fünf Platon-Bänden erhielt.



„Das ist natürlich fabelhaft, wenn früheres NS-Raubgut den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden kann“, freut sich Möbus. „Das ist das wichtigste Ziel unserer Forschungen.“ Auch bei der zentralen Berliner Arbeitsstelle für Provenienzforschung ist man über die spontane Rückgabeaktion erfreut. Bislang sei es sehr selten vorgekommen, dass Privatleute Bücher oder Kunstwerke, die während der NS-Zeit beschlagnahmt oder geraubt wurden, zurückgegeben hätten, sagt der Leiter der Arbeitsstelle, Uwe Hartmann. Der Frankfurter Bücherliebhaber werde ein persönliches Dankschreiben von Kulturstaatsminister Bernd Naumann erhalten.


Dank vom Minister


Elbrecht ist froh, dass die Bücher sich wieder dort befinden, wo sie hingehören – im Seminar für klassische Philologie der Masaryk-Universität Brno. Die Platon-Bände hätten jahrelang bei einem Frankfurter Antiquar zum Verkauf gestanden, berichtet er. Wie sie dorthin gekommen seien, wisse er nicht. „Ich war fasziniert von der schönen Ausgabe.“ Trotzdem habe er lange gezögert. „Die Stempel gemahnten immer wieder an den Abgrund deutscher Barbarei.“




Aus einem Stempel war zu ersehen, dass die damalige Staatspolizeileitstelle Brünn die Bände im August 1943 beschlagnahmt hatte. Schließlich erstand Elbrecht doch die Bücher. „Ich habe mich für sie verantwortlich gefühlt und sie gekauft, um sie irgendwann zurückzugeben.“




Die Rückgabe an die tschechische Universität habe auch bei den übrigen mit Provenienzforschung befassten Einrichtungen in Deutschland ein breites Echo ausgelöst, berichtet Möbus. Der Germanist, der die 130 000 Bände der Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie der Uni Göttingen durchforstet, ist auf eine Reihe von Büchern gestoßen, die wahrscheinlich als so genanntes NS-Raubgut einzustufen sind. Sämtliche Verdachtsfälle werden bei der Internetdatenbank der Koordinierungsstelle für Kulturgutverlust „Lost Art“ gemeldet.




Auch die Göttinger Universitätsbibliothek erforscht die Herkunft der Bücher, die in der NS-Zeit in ihren Besitz gekommen sind. Bislang haben die Forscher 4500 der insgesamt 7000 Verdachtsfälle geprüft. Dabei entdeckten sie nahezu 400 Titel, die eindeutig als Raubgut einzustufen sind.

26. Juli 2010

Harte Fronten im Streit um Gregor Mendels Erbe zwischen Brünn, Stuttgart und Wien

Gregor Mendel, der Begründer der modernen Genetik, lebte und wirkte als Augustinermönch im Altbrünner Kloster. Um das Manuskript zu seiner Forschung „Versuche über Pflanzenhybriden“ ist nun ein länderübergreifender Streit entbrannt, bei dem es nun drei Parteien gibt: einerseits die in Deutschland lebenden Erben Gregor Mendels, andererseits der Augustinerorden in Wien. Nun hat auch das Altbrünner Augustinerkloster, dem Mendel als Abt vorgestanden hat, Anspruch auf das Manuskript angemeldet. Das wertvolle Schriftstück habe sich ja immer, bis zur zwangsweisen Auflösung des Ordens durch die Kommunisten im Jahre 1950, im Kloster befunden. Danach verblieb Mendels Manuskript in der Obhut der ehemaligen Klosterbrüder und gelangte knapp vor der Wende zu den Augustinern nach Deutschland. Derzeit wird es in einem Safe in Stuttgart aufbewahrt.

Das Altbrünner Augustinerkloster in Brünn: Wirkungsstätte Gregor Mendels

 

Mit der Argumentation, Mendel habe als Mönch geforscht, begründet das Ordensvikariat der Augustiner in Wien den Anspruch auf das Erbe des Genetikers. Eine Initiative, ausgehend vom tschechischen Parlamentsabgeordneten Robin Böhnisch hat bereits vor den Wahlen eine Stellungnahme des Kulturministeriums gefordert, das sich für die Rückkehr des Schriftstückes nach Brünn einsetzen soll. „Das baden-württembergische Kulturministerium hat die Ausfuhr des Schriftwerkes [aus Deutschland] damit verboten, dass es ein Teil des deutschen Kulturerbes ist. Auch wenn Mendel nie in Deutschland lebte“, sagt Böhnisch.

26. Juli 2010

Islam seit 6 Jahren anerkannte Religion in der Tschechischen Republik

Im Jahre 2004 erhielt der Islam den Status einer anerkannten Religion in Tschechien. Derzeit leben etwa 12.000 Muslime im Land, von denen ein Drittel regelmäßig die beiden Moscheen des Landes in Prag und in Brünn besucht. Damit ist Tschechien mit seinen 10 Millionen Einwohnern eines jener Länder Europas mit den geringsten Anteilen muslimischer Bevölkerung. „Durchschnittlich werden pro Jahr zehn muslimische Hochzeiten abgehalten“, erklärt Vladimír Sánka, Direktor des Islamischen Zentrums in Prag im ČTK-Interview. Die meisten Muslime seinen Ausländer mit bosnischer, arabischer oder türkischer Abstammung, in den letzten Jahren ist aber auch die Zahl von Tschechen, die wie Sánka zum islamischen Glauben übergetreten sind, angestiegen. In ganz Tschechien sind zwei Imame tätig.

Die Brünner Moschee in der Vídeňská – Wiener Straße

15. Juli 2010

Neue Regierung Nečas ohne Südmährer

Die neue, am 13. Juli vereidigte Regierung aus der konservativen ODS, der Schwarzenberg-Partei TOP’09 und der Partei „Öffentliche Angelegenheiten“ (VV), tritt ihr Amt in einer schwierigen Situation an. Nach der monatelangen Pattsituation zwischen den beiden Großparteien ODS und ČSSD, der verpatzten tschechiecshen EU-Ratspräsidentschaft und der über einjährigen „Sedisvakanz“ mit der Übergangsregierung Fischer, nimmt mit ODS-Chef Petr Nečas wieder ein Parteipolitiker das Zepter in die Hand. Präsident Václav Klaus forderte bei der Vereidigungszeremonie eine stabile Regierung, die die Herausforderungen der nächsten Jahre meistern kann. Die Zeit sei reif für Reformen, allen voran für die Reform des tschechischen Gesundheitssystems.

Aus Brünner Sicht soll die Zusammensetzung der Regierungsmannschaft des neuen Premiers, der Absolvent der Masaryk-Universität ist, dennoch zu denken geben: Das Kabinett arbeitet quasi unter Ausschluss Südmährens, sieht man von Bildungsminister Josef Dobeš (VV) ab, der einen längeren Bezug zur Stadt Brünn hat. Dass keine einzige Frau in der Regierung im Ministerrang vertreten ist, wurde bereits im Vorfeld heftigst kritisiert.

Die Neue Regierung besteht aus:

Petr Nečas – Premier, ODS

Karel Schwarzenberg – 1. Vizepremier, Außenminister, TOP’09
Radek John – 2. Vizepremier, Innenminister, VV
Alexandr Vondra – Verteitigungsminister, ODS
Jiří Pospíšil – Justizminister, ODS,
Martin Kocourek – Industrie- und Handelsminister, ODS
Pavel Drobil – Umweltminister, ODS
Ivan Fuksa – Landwirtschaftsminister, ODS
Miroslav Kalousek – Finanzminister, TOP’09
Leoš Heger – Gesundheitsminister, TOP’09
Jaromír Drábek – Arbeits- und Sozialminister, TOP’09
Jiří Besser – Kulturminister, TOP’09
Vít Bárta – Verkehrsminister, VV
Josef Dobeš – Bildungsminister, VV
Kamil Jankovský – Regionalentwicklung, VV

13. Juli 2010

„Hantec“ – die Brünner Umgangssprache wird neu entdeckt

In Brünn hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Umgangssprache gebildet, die sich vom übrigen Tschechisch grundlegend unterscheidet. Das „Brünner Hantec“, wie dieser Dialekt genannt wird, entstand, als die „Hannaken“, die mährische Landbevölkerung aus der Hanná-Ebene nahe Brünn, in die aufstrebende Stadt gelangten und dort auf die deutschsprachige Bevölkerung trafen. Die deutsche (eigentlich altösterreichische) Umgangssprache vermischte sich mit dem mährischen Dialekt, und weil Brünn ein internationaler Kreuzungspunkt der Handelswege geworden ist, wurden auch Wörter aus dem Italienischem, dem Jiddischen und anderen Sprachen integriert.

Die Brünner Rathausstraße (Radnická) anno dazumal mit dem angrenzenden Krautmarkt gilt als Geburtsstätte des Brünner Hantec

Viele alteingesessene Brünner sprechen auch heute noch im Hantec. Das ist auch mit ein Grund, dass ein Großteil der Begriffe der österreichischen Umgangssprache auch verstanden werden, obwohl das Gegenüber nie Deutsch gelernt haben muss. Im „Wörterbuch des Brünner Hantec“ – im Internet auf www.hantec.cz (tschechisch) findet man eine Reihe von deutschen Begriffen wieder:

Wenn jemand also morgens mit seinem vagen (Wagen) übers bergl (Berg, Hügel) ins štatl (Brünner Innenstadt) zur hokna (Hock’n, Arbeit) fährt, in ein kšeft (Geschäft) am nächsten ekl (Eck) einkaufen geht dort mit einem tauzna (1000-Kronen-Schein) zahlt (zahlen = cálovat) und dafür einen cetl (Quittung, Zettel) erhält, so werden das zum šlus (Schluss) zichr (sicher) sowohl Österreicher, als auch Brünner verstehen.

Eine interessante Liste mit hantec-Begriffen, die einem bekannt vorkommen könnten findet man hier.

Das Hantec wurde auch nach der Auflösung der Monarchie gepflegt und überdauerte auch die Ära des Kommunismus. Mit der neuen Generation hat sich auch das Hantec von der Unterschicht-Sprache zur traditionellen Brünner Umgangssprache weiterentwickelt, sodass eine lokale Kultur mit zeitgenössischen Liedern, Literatur und neuen Begriffen entstand.

Link: www.hantec.cz

12. Juli 2010

Von ganz Österreich nach Brünn und retour: Die komfortablen und preiswerten ÖBB SparSchiene-Tickets nach Tschechien

Seit über 170 Jahren ist Brünn von Wien aus durch eine regelmäßige Bahnverbindung erreichbar. Was als Kaiser-Ferdinand-Bahn begann, ist heute das Herzstück einer der wichtigsten transeuropäischen Verkehrswege. Hochmoderne EuroCity-Züge sorgen für ein Maximum an Reisekomfort für den Fahrgast. Ohne Stau und Parkplatzsorgen stehen täglich sieben Schnellverbindungen zwischen Wien und Brünn und retour zur Verfügung.

Mit der ÖBB SparSchiene bereits ab €19,-. Dass Bahnreisen nicht unbedingt teuer sein muss, haben die ÖBB mit ihrem SparSchiene-Konzept schon seit längerer Zeit unter Beweis gestellt. Für Reisende auf der Strecke Wien-Brünn gibt es Tickets bereits ab €19,-. Die SparSchiene-Angebote sind aber nicht nur auf diese Strecke beschränkt. Mit dem Fahrplan 2010 werden die meisten grenzüberschreitenden Züge ab/bis Wiener Neustadt geführt, ein Zugpaar sogar ab/bis Villach. Somit locken im Sommer die beliebten Destinationen am Wörther See mit Direktverbindungen von und nach Tschechien. „SparSchiene-Angebote sind im Tagesverkehr auch für Umsteigeverbindungen – also ab allen Städten in Österreich in alle Destinationen Tschechiens, und umgekehrt – verfügbar. Reisende können die SparSchiene auch für die 1. Klasse buchen. Die Tickets nach Brünn sind ebenfalls im Internet auf www.oebb.at erhältlich.“ sagt MMag. Dana Lipkova, zuständige Marktmanagerin bei den ÖBB-Personenverkehr AG für Tschechien.

Komfortables Reisen beginnt bereits am Bahnhof. Wer die Tickets 1. Klasse nutzt, profitiert bereits vor Antritt der Fahrt. In Wien-Meidling, genauso wie in Klagenfurt, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Wien West erwarten die ÖBB Club Lounges die abfahrenden und ankommenden Fahrgäste mit Snacks, Getränken, Zeitungen und Magazinen. In den Zügen verfügen alle Abteile 1. Klasse über Laptop-Steckdosen für Geschäftsreisende und über eine breite Auswahl an Tageszeitungen und Magazinen für jeden Fahrgast.

Schnell und rechtzeitig buchen! SparSchiene-Tickets sind pro Zug in einem beschränkten Kontingent verfügbar und bis drei Tage vor Abfahrt des gewünschten Zuges im Verkauf. Alle Informationen und Angebote erhalten Sie im CallCenter unter 05-1717 oder im Internet auf www.oebb.at

DOWNLOAD: Fahrplanbeispiele Österreich-Brünn – Brünn-Österreich (PDF-Datei)

Links:

Mehr Infos über die SparSchiene Tschechien
Tickets online buchen

[Promotion]

11. Juli 2010

BBB-Mitglieder nach Unternehmen und Organisationen – die aktualisierte Liste 2010/07

Wo sind die über 100 Mitglieder des Brno Business Board beschäftigt? Welche Kontakte gibt es wohin?

Die neu aktualisierte Liste gibt Auskunft, wer für welche Firma bzw. Organisation Ansprechpartner ist. Die Liste ist am Stand 07/2010, nächste Aktualisierung ist für 10/2010 vorgesehen.

Für Mitglieder: Sollte die Liste Änderungen oder Ergänzungen bedürfen, loggen Sie sich bitte in Ihren Account ein und mailen Sie an „Stefan Weiß“. Die Korrekturen werden dann umgehend vorgenommen! Noch kein Mitglied? Schnell kostenlos registrieren!

Die Liste ist auch auf www.zentraleuropa.net veröffentlicht.

Beste Wünsche und einen schönen Sommer!
Stefan Weiß

2. Juli 2010

Brünner Shakespeare-Festival auf Burg Špilberk

Bereits zum 11. Mal findet heuer wieder auf Burg Špilberk Shakespeare-Sommertheater unter freiem Himmel statt. Vom 19.Juli bis 17. August dreht sich am Špilberk und im Hof des Alten Brünner Rathauses alles um den berühmten englischen Dramatiker.

Bild: Ogilvy&Mather Morava


PROGRAMM:

– Am 19. und 20. Juli ist Eröffnung mit „Auge um Auge“, eine zweisprachige Inszenierung auf Tschechisch und Slowakisch unter der Regie von Michal Vajdička.

„Heinrich IV“ steht vom 23. bis 25. Juli in der Inszenierung der äußerst erfolgreichen Regisseurin  Lucie Bělohradská auf dem Programm.

„Die lustigen Weiber von Windsor“ erfreuen vom 27. bis 30. Juli die Zuschauer. Der allerseits bekannte Theater- und Filmregisseur Jiří Menzel inszeniert.

– Am 3. und 4. August ist Zeit für das bekannteste Liebesdrama der Theatergeschischte: „Romeo und Julia“ in der Inszenierung von Pavel Šimák mit Tereza Dočkalová (Julia) und Marek Holý (Romeo).

– Seinen Abschluss findet der Brünner Shakespeare-Festival mit zwei englischsprachigen Aufführungen der GB Theatre Company, die im Hof des Alten Rathauses (Radnická) zu sehen sind:

„Die lustigen Weiber von Windsor“ am 16. August, sowie „Wie es Euch gefällt“ am 17. August.

Weitere Informationen auf Tschechisch und  Englich auf der Homepage des Shakespeare-Festivals.

23. Juni 2010

„Brno Biennal“ zeichnet Schweizer Designer aus


Brno Biennal
, die seit 1963 etablierte regelmässige Ausstellung für Graphik-Design, hat den Schweizer Graphiker Cornel Windlin mit dem Grand Prix der Jury für seine Designarbeit für das Zürcher Schauspielhaus ausgezeichnet.

Am internationalen Wettbewerb beteiligten sich 755 Künstler mit mehr als 3000 Werken. Von den Teilnehmern, die in die Endrunde des Wettbewerbs gekommen waren, stammten die meisten aus Tschechien, der Schweiz, Japan und Deutschland. Auch in der Kategorie „Plakatdesign“ ging die Auszeichung an einen Schweizer: Der Zürcher Ralph Schraivogel wurde für das Poster einer Chris Marker-Ausstellung im Museum für Gestaltung geehrt. Den Preis für Corporate Information und Werbegrafik erhielt Yumiko Yasuda aus Japan.

Die Biennale Brno findet seit 1963 alle zwei Jahre statt und gilt als weltweit älteste Ausstellungsserie für Grafik-Design. Dieses Jahr stehen Plakatkunst, Firmen-, Informations- und Werbegrafik im Mittelpunkt.

Die preisgekrönten Arbeiten sind auf der Homepage der Mährischen Galerie zu sehen.

Die Brno Biennal ist bis 24. Oktober geöffnet:

Mährische Galerie
Palais Pražák
Husova 18
602 00 Brno

21. Juni 2010

Lednice: Kultur, Natur und Eisenbahnromantik auf halbem Weg von Wien nach Brünn

Sommerzeit ist Ferienzeit ist Ausflugszeit!

Nach dem verregneten Frühjahr endlich einmal wieder raus aus der Stadt und hinein in die wunderschöne und geschichtsträchtige südmährische Sommerlandschaft! Lednice mit seinem neugotischen Liechtensteinschloss und dem umgebenden Naturparadies ist auch in dieser Saison ein ganz heißer Tipp. Aufgrund der Lage direkt an der tschechisch-österreichischen Grenze ist es sowohl aus Brünn, als auch von Wien aus leicht zu erreichen.

Slideshow: Bahnhof Břeclav, Schloß Lednice (Eisgrub), Schloßpark, Räumlichkeiten, Palmenhaus, Schloßteich mit Kanälen, Minarett.

Fotoalbum „Břeclav – Lednice“auf Brno Business Board.

Eisenbahnfreunde kommen bei diesem Ausflug besonders auf ihre Rechnung: An Wochenenden haben Eurocity- bzw. Supercity-Züge aus Wien und Brünn in Břeclav einen direkten Anschluss zum historischen Motorwagen M131.1 „Hurvínek“, der zwischen Břeclav und Lednice pendelt. Dieser Triebwagen, Baujahr 1955, wurde von den Tschechischen Bahnen (ČD) als besondere Attraktion restauriert. Die kurze Fahrt auf der eingleisigen Stichstrecke nach Lednice führt kurze Zeit durch die Industriezone Břeclavs, danach aber regiert Natur pur. Durch die geschützten Thaya-Auen, vorbei an den Lednice-Fischteichen, bis zum Bahnhof Lednice, der sein Aussehen aus der k.u.k.-Monarchie bewahren konnte.

Video: Fahrt im Motorwagen M131.1 „Hurvínek“ auf der Strecke Břeclav – Lednice (Hier: Boří les – Poštorná). Quelle: YouTube, User „benskalavideo“.

Lednice liegt im sogenannten „Lednice-Valtice-Areal“, das vom südmährischen Tourismus zu einem Dorado des „Sanften Tourismus“, vor allem für Radfahrer, Wanderer und Wassersportler erschlossen wurde.

Links:

ÖBB-Fahrplanheft Wien-Břeclav-Lednice und zurück (Wochenendfahrplan, PDF-File)
weitere ÖBB-Fahrpläne

Lednice, Tourismus-Informations-Zentrum
Schloss Lednice
Malawi-Aquarium Lednice
Schifffahrt Schlossareal Lednice
Kutschenfahrten: Hippo Club Lednice
Tierpark
Rennbahn Lednice

15. Juni 2010

Ausstellung „Die Brünner Straße“ in Poysdorf

Eine Straße, die Jahrhunderte lang das Leben der Menschen einer Region geprägt hat, kann viel erzählen.

Der Bau der Nordautobahn A5 veranlasste Christian Jostmann unter der Mitarbeit von Lukaš Fasora und Ulrich Winkler-Hermaden die Entwicklung der ehemaligen Reichsstraße zwischen der Residenzstadt Wien und der Mährischen Metropole Brünn aufzuzeichnen und mit Bildern zu illustrieren. Beim Betrachten dieser Bilder werden bei denMenschen vor allem der älteren Generation viele Erinnerungen wach. Nicht nur das Leben der Menschen im Weinviertel hat Veränderungen erfahren, sondern auch das Bild der Gemeinden entlang der Brünner Straße hat sich im Laufe der Jahre geändert.

Ulrich Winkler-Hermaden und Christian Jostmann gestalteten mit den Bildern eine Wanderausstellung, die bis Mitte August im Reichensteinhof besichtigt werden kann. Die Vernissage findet am 25. Juni um 17 Uhr statt.

8. Juni 2010

Ein Kunstwerk, zwei Länder: „Airfield – Transboundary“

Im Rahmen des Viertelfestivals NÖ – Waldviertel 2010 präsentiert der österreichische Künstler Hannes Mlenek vom 10. Juli bis 25. Juli 2010 die Land-Art-Installation AIRFIELD – TRANSBOUNDARY im nördlichen Waldviertel und im Süden der Tschechischen Republik. Ausgangspunkt für Hannes Mleneks ambitionierte Land-Art-Installation ist der Flugplatz Dobersberg im nördlichen Waldviertel. Von dort aus starten die Rundflüge, auf denen Kunstinteressierte aus der Vogelperspektive fünf riesige Arbeiten auf Leinwand und Vinylnetzen sehen. Im Mittelpunkt von Hannes Mleneks jüngstem künstlerischen Projekt steht die Auseinandersetzung mit einer anderen Art von Sehweise, die der Künstler von den bekannten Scharrbildern von Nasca in Peru ableitet. Jede seiner fünf Arbeiten auf Leinwand und Vinylnetzen hat eine Größe von bis zu 400 Quadratmeter.

Zentraler Bezugspunkt ist das Umfeld des Flugplatzes Dobersberg, von wo aus Mlenek die überdimensionalen Arbeiten an verschiedenen Plätzen willkürlich, oder auch bewusst, in die Landschaft des nördlichen Waldviertels und des südlichen Teils der Tschechischen Republik platziert. Weiters fungieren mehrere Leinwandbahnen von 0,50 m Breite und 200 m Länge als Verbindungslinien und Koordinaten zwischen den einzelnen Bildern und akzentuieren damit die Landschaft des nördlichen Waldviertels zusätzlich. Erst durch das Überfliegen wird die in der Landschaft aufgelegte Installation für den Betrachter sichtbar und physisch und psychisch erfahrbar. „Der interessante Aspekt dabei ist das Überfliegen der Grenze, da auch in der Tschechischen Republik ein Teil der Installation aufgelegt wird und die Verschmelzung von Natur und Kunst. Das Überfliegen erweckt sehr stark den Eindruck, sich in einem grenzenlosen Raum zu befinden, die naturräumlichen Gegebenheiten lösen sich in einer Einheit auf“, so Hannes Mlenek.

Hannes Mleneks Land-Art-Installation Airfield – Transboundary setzt sich aus fünf nach Technik und Thematik unterschiedlichen Werken zusammen. Die riesigen Arbeiten auf Leinwand und Vinylnetzen selbst sind Palimpseste und können sowohl einzeln als auch im Rahmen der Gesamtkonzeption von AIRFIELD – TRANSBOUNDARY gelesen werden. Das Erschaffen eines Palimpsests stellt für Mlenek einen besonders reizvollen Prozess dar.

Ein Kunstwerk in zwei Ländern: Hannes Mleneks Land-Art-Installation

Foto: Kunstpresse.at

„Durch das Übermalen eines bereits „für nützlich“, „für ausreichend“ befundenen Mediums wird es für mich möglich, bereits Vorhandenes neu zu interpretieren und gleichzeitig zu hinterfragen. Ich schaffe Denkanstöße, indem ich hervorhebe, überzeichne, Altes in meine Arbeit eingliedere.“ Durch das Auflegen der Objekte in der Landschaft erfolgt ein Prozess der Integration und gleichzeitig entsteht ein Spannungsfeld zwischen zeitgenössischer Kunst und dem Urbanen. Ziel von Airfield – Transboundary ist es, die Geschichte des Waldviertels zu reflektieren, Transparenz zu schaffen, Akzente zu setzen und das Geschehene und die Gegenwart sichtbarer zu machen. Mleneks Land-Art-Installation ist ein dynamischer Akt, der die Grenzen des Räumlichen überwindet. In seinem künstlerischen Akt lässt sich der Künstler nicht an bestimmte Motive, Techniken, Materialen oder Formate binden. Die Geschichte des Waldviertels ist, ebenso wie die Geschichte an sich, von fortlaufenden und bestimmten Dynamiken durchzogen. Die Themen Volksgläubigkeit, Politik, Grenzziehung und Grenzüberwindung bilden zentrale Elemente der Land-Art-Installation.

„Politische Schachzüge. Ausgelotete Grenzen. Der seidene Faden, der sich zu Grenzen formt. Er steckt ab, beschneidet, wird am Ende durchschnitten.“ (Hannes Mlenek)

Sie können mehr Fotos zu diesem Thema finden auf Brno-Business-Board.

Eröffnet wird „Airfield – Transboundary“ am Samstag, den 10. Juli um 14 Uhr am Flugplatz Dobersberg, Dieter Ronte wird zur Land-Art-Installation sprechen.

Eröffnung durch Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.

Die Rundflüge finden am 10. Juli 2010 ab 11 Uhr und am 11. Juli 2010, am 17. und 18. Juli 2010 sowie am 24. und 25. Juli 2010 jeweils ab 10 Uhr bis Sonnenuntergang statt.

Ein Rundflug dauert ca. 30 Minuten. Weitere Informationen zur Ausstellung und zu den Preisen der Rundflüge finden Sie hier.

Am Eröffnungstag findet im Hangar des Flughafens eine Präsentation von Bildern zum Thema Airfield – Transboundary statt.

Quelle: Kunstpresse.at

3. Juni 2010

Gemeinsames Museumsprojekt Brünn-Dresden

Die Mährische Galerie Brünn und das Deutsche Hygienemuseum Dresden bereiten eine gemeinsame Ausstellung unter dem Titel „Images of the Mind“ vor. Die gemeinsame Schau soll „an der Schnittstelle zwischen künstlerischen und naturwissenschaftlichen Bildwelten“ ein Porträt der menschlichen Geistestätigkeit entwerfen, teilte das Dresdner Museum am Mittwoch mit. Sie werde zuerst in Dresden (22. Juli bis 30. Oktober) und dann in Brünn (November 2011 bis Februar 2012) gezeigt. Kuratoren beider Museen sollen dafür in Sammlungen und Museen Exponate recherchieren, deren Spektrum von der Antike bis in die Gegenwart reiche.

Die Mährische Galerie in Brünn

Quelle: dpa